[Juliette 4/2016] – Wahlkampf in Niedersachsen

von Marvin Ruder

„Am 11. September ist Kommunalwahl!“, diese fünf Worte hallten noch lange nach der Wahlkampftour in Niedersachsen in meinem Gedächtnis wider. Vom 18. bis zum 20. August war ich mit gut zwei Dutzend anderen liberalen Mitstreitern der JuLis Niedersachsen, Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt quer durch den östlichen Teil des Bundeslandes unterwegs. In meiner alten Heimat durfte ich als JuLi-Neuling meine erste Wahlkampferfahrung sammeln, vor Ort Werbung für die Kandidaten machen und zudem noch viele heitere Momente im Tourbus miterleben.
Kaum war ich in unserer ersten Station Göttingen angereist, ging es auch schon los: Flyer wurden unter uns Wahlkämpfern verteilt, ebenso wie Feuerzeuge und knallbunte Sonnenbrillen. Nun galt es, die anfängliche Scheu zu überwinden und die ersten Bürger anzusprechen. Es dauerte zunächst einige Anläufe, bis sich der erste Passant mit einem Lächeln bei mir bedankte und mit unserer Infobroschüre in der Hand davonschritt. Sehr schnell waren dann aber die letzten innerlichen Blockaden abgebaut und der Zettelstapel in meiner Hand war im Nu unter den Leuten verteilt.
Gleich darauf ging es auch schon weiter, in die Innenstädte von Hildesheim, Wolfenbüttel und nach Helmstedt, wo wir noch am späten Abend auszogen, um durch die Wohngebiete zu pilgern und Briefkästen zu beflyern. Auch dabei gerieten wir mit den Anwohnern ins Gespräch, die uns stets aufgeschlossen begegneten und uns mitunter noch viel Erfolg wünschten.
Ausgeschlafen starteten wir in den nächsten Tag, nach dem Frühstück brachte uns unser legendärer Busfahrer Uwe nach Wolfsburg und Braunschweig, wo wir wieder mit Jutebeuteln voller Werbemittel bewaffnet durch die Fußgängerzonen zogen. Immer dabei war natürlich unsere Fotobox, die die Aufmerksamkeit nicht weniger Menschen auf unseren Stand zog und uns so zu spannenden Bürgergesprächen verhalf.
Am nächsten Tag wurden wir in Winsen (Luhe) vom dortigen Kreisverband empfangen und durften mit den Ständen anderen Parteien um die Gunst des Wählers konkurrieren. Trotz der politischen Rivalität blieb die Stimmung aber entspannt und ausgelassen. Die letzte Station war danach meine Heimatstadt Stade, in der ich schon vor unserer Ankunft altbekannte Gesichter auf den Wahlplakaten wiederentdeckte.
Nachdem wir auch dort die antretenden Kommunalpolitiker an ihrem Stand unterstützten, machten wir uns mit mal stimmungsvoller, mal eher grenzwertiger Musik im Gepäck auf den Weg nach Hannover zur Abschlussveranstaltung, wo die Crew der anderen Bustour schon auf uns wartete. Nach einer Kundgebung am Steintorplatz und einem gemütlichen Abendessen endete für mich das Wochenende, das schon wenige Wochen später bei der Kommunalwahl Früchte tragen sollte. Mit diesen durchweg positiven Eindrücken trat ich dann meine Heimreise an, auf der ich den Entschluss fasste, so bald wie möglich wieder gemeinsam mit den JuLis im Wahlkampf aktiv zu sein.

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